EDITORIAL

Gerda Görnemann, Contact Communication   Liebe Leserinnen und Leser,

„…und willst Du nicht mein Bruder sein?…“
Jeder Mensch ist anders, seine Gestalt, sein Gesicht, sein Wesen, seine Lebensart, seine Gedankenwelt. Kein Menschenkind gleicht dem anderen. Die Vielfältigkeit seiner Erscheinungsformen und -arten ist unüber-schaubar. Und alle leben wir auf dem gleichen Erdball mit unseren Gegensätzen, unseren ergänzenden Individualitäten. Jeder Mensch ist ein Unikat und bleibt es bis zum Ende seiner Tage. So gilt das gleiche Gesetz der Vielfältigkeit, nach dem wir geschaffen worden sind, gleichermaßen für die Welt der Pflanzen und der Tiere. Welch eine Herausforderung. Damit dies auch ordnungsgemäß funktioniert, erhielt der Mensch Verstand und Liebe. Das sind die Kräfte, die Basis für ein Miteinander auf Erden, die dem Menschen als die Einsatzmöglichkeit für ein sinnvolles und harmonisches Zusammenspiel mit auf den Weg gegeben worden sind. Und so ist jeder von uns aufgerufen, im Sinne einer das Leben erhaltenden harmonisch funktionierenden Vielfalt der Mentalitäten für einen gerechten Einsatz von Verstand und Liebe Sorge zu tragen.
So der Auftrag, so die Möglichkeiten – und das Resultat? Klinikmanager warnen vor psychosozialen Krisen, 30% der deutschen Bevölkerung leiden an Depressionen. Tendenz steigend. Mobbing ist ein heute häufig gebrauchtes Wort – Mobbing in Schulen und am Arbeitsplatz, im Elternhaus, in der Familie – „… mit dem oder der kann ich nicht, die nerven mich, sind nicht meine Wellenlänge, ich kann sie nicht begreifen…“ Haben wir noch Zeit und Geduld für das Problem des Anderen? „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“– das heißt, erst wenn Du Dich liebst bist Du in der Lage, auch den anderen zu lieben. Sollten wir vielleicht der so oft missverstandenen Mahnung doch erst einmal ihre wirkliche Bedeutung zuordnen?
Es wird Zeit, das Wort beim Wort zu nehmen.
Vielleicht funktioniert’s dann besser.
In diesem Sinn ein fröhliches Weihnachtsfest.

Herzlichst Ihre
Gerda Görnemann

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